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EKG in zehn Kilometern Höhe - Lufthansa nutzt Telemedizin

Verantwortlicher Autor: Dennis Deis Frankfurt/Main, 30.06.2019, 21:55 Uhr
Presse-Ressort von: Dennis Deis Bericht 5266x gelesen

Frankfurt/Main [ENA] Als weltweit erste Fluggesellschaft hat Lufthansa nun ihre Langstreckenflotte mit dem mobilen EKG-System CardioSecur ausgerüstet. Das kompakte, intuitive System ermöglicht es Flugbegleitern, bei medizinischen Notfällen ohne kardiologisches Fachwissen ein EKG aufzuzeichnen, welches zur Diagnose direkt an eine medizinische Hotline am Boden gesendet wird. 2018 wurde das System bereits auf der A380-Flotte getestet.

Nach erfolgreicher Testphase ist das System von nun an in allen Langstreckenflugzeugen für medizinische Notfälle verfügbar. Denn so sind, so die Statistik, Herz-Kreislauf-Beschwerden der häufigste Grund für medizinische Zwischenfälle an Bord. Sofern Ärzte an Bord sind, konnten sie bisher hilfsweise den Defibrillator nutzen, um eine bessere Einschätzung zu erlangen. Doch die dadurch ermittelten Werte ersetzen kein EKG.

Das kompakte mobile EKG-System, das unter dem Namen CardioSecur entwickelt wurde, nimmt mit bloß 50 Gramm nur wenig Gewicht und Raum in Anspruch. Es besteht aus einer App auf dem Cabin Mobile Device der Flugbegleiter sowie einer kleinen Tasche mit EKG-Kabeln und vier Einweg-Elektroden. Klagt ein Fluggast über Herzbeschwerden, zeichnet das System in wenigen Schritten ein EKG auf. Mittels WLAN Verbindung über das bordeigene FlyNet startet auf dem Cabin Mobile Device die dazugehörige App. Die Kabel werden mit den Elektroden verbunden, welche am Oberkörper des Patienten plaziert wurden. Die App zeichnet ein Zwölf-Kanal-EKG auf. Wahlweise können weitere Parameter wie Alter, Gewicht, Geschlecht, Blutdruck und Sauerstoffsättigung erfasst werden.

Die Daten werden via der App an die Hotline von "International SOS" (ISOS) übertragen, welche rund um die Uhr von Piloten und Flugbegleitern der Lufthansa kontaktiert werden kann. ISOS wertet die Daten aus und berät die Crew telefonisch auf Basis der erfassten Daten. Letztlich muss jedoch die Crew selbst entscheiden, ob eine Zwischenlandung notwendig ist oder nicht. Sollte ein Arzt unter den Passagieren sein, so kann dieser mittels der Expertenversion der App die Herzaktivität überwachen.

Über das bestehende Programm "Arzt an Bord" kann das Kabinenpersonal im Falle eines medizinischen Notfalles die an Bord befindlichen Ärzte inklusive ihrer Fachrichtung schnell identifizieren. An dem Programm von Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss nehmen mehr als 11.000 Ärzte aller Fachrichtungen teil, um bei medizinischen Notfällen in der Luft schnell helfen zu können. Hierzu steht an Bord eines jeden Flugzeuges ein speziell ausgerüsteter Notfallkoffer zur Verfügung. Jedoch sind auch die Crews optimal vorbereitet und werden jährlich in Erster Hilfe geschult.

Damit und mit weiteren Services ist Lufthansa eine der weltweit führenden Fluggesellschaften bei Health & Care. So ist die Airline seit mehr als 20 Jahren auch die einzige Linienfluggesellschaft, die weltweite Intensivtransporte anbietet. Hierzu steht das Lufthansa Patient Transport Compartment (PTC) zur Verfügung, welches mit einer fliegenden Intensivstation vergleichbar ist. Darüber hinaus bietet Lufthansa viele weitere Services wie Liegen für gebuchte, nicht intensivmedizinische Patienten an. An 365 Tagen im Jahr kümmert sich das Medical Operations Center (MOC) um alle medizinischen Angelegenheiten bis hin zu Fragen bezüglich der Mitnahme von Medikamenten.

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