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Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat.

Verantwortlicher Autor: Kurt Lehberger Frankfurt am Main, 31.03.2026, 14:52 Uhr
Fachartikel: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 3103x gelesen
Städel Museum, Frankfurt am Main
Städel Museum, Frankfurt am Main  Bild: Kurt Lehberger

Frankfurt am Main [ENA] Die Ausstellung Monets Küste zeigt 170 Exponate, die sich rund um die malerische Klippenlandschaft in Étretat befassen. Claude Monet (1840 – 1926) hat etwa 80 Gemälde geschaffen, die die Natur der Küste und die Menschen in den Fischerdörfern darstellen. Einige davon sind ausgestellt.

Die senkrecht abfallenden Kalkfelsen in Étretat können bei Ebbe zu Fuß erreicht und durchschritten werden. Das riesige Tor in der Felswand, die Manneporte, ist eine markante Felsformation an der Alabasterküste in der Normandie in Frankreich. Die weißen Kalksteinfelsen sind mit Lagen von Feuerstein durchzogen. Hinter der Manneporte ist das Tor d’Aval. Guy de Maupassant und Gustave Flaubert waren begeistert von diesem Naturphänomen. In einen illustrierten Brief aus dem Jahr 1877 zeichnete und beschrieb Maupassant einige Felsen zwischen Cap d’Antifer und Étretat. Flaubert übernahm die Beschreibungen u.a. für seinen Roman „Bouvard und Pécuchet“.

Szenen der bizarren Küstenlandschaft hält der Fotograf Elger Esser im Jahr 2000 fest, um den Bezug zu den Motiven und Sehnsüchten der Künstler*innen herzustellen, die sich mit den meernahen Traumorten befassten. die Manneporte und das Tor von Aval sind beliebte Motive. Der Maler Eugene le Poittevin zeigt in seinem Gemälde „Seebad in Étretat“ von 1866 Badegäste an der Kalksteinküste. Er malte einen jungen Mann, der zum Kopfsprung ansetzt. Es sei Guy de Maupassant, der hier oft badete, sagen die Kunsthistoriker gemäß des Ausstellungstextes zu dem Bild. Étretat entwickelt sich schon sehr früh, Mitte des 19. Jahrhunderts, von einem Fischerdorf zu einem Badeort für die Städter.

„Boote am Strand von Étretat“ von Claude Monet 1883.
Ausstellungsansicht: Bilder von Claude Monet.
Étretat. Das Felsentor Manneporte, von Claude Monet, 1883.

Das Gemälde „Boote am Strand von Étretat“ von Claude Monet aus dem Jahr 1883 stellt die bunten Fischerboote dar, die auf den Sand am Strand gezogen und am Meeresufer an Pfählen angebunden sind. Die Ausstellung zeigt Alltagsszenen der Fischer. Die Serie „die Geschichte des Fischerboots“ von Jean Luouis Jazet (1814 – 1897) stellt in vier idyllischen bis dramatischen Bildern die Taufe, der Fisch-Zug, der Fischmarkt und der Schiffbruch des Fischerbootes dar. Dabei sind die Fischerfamilien mit Frauen und Kindern in ihren alltäglichen Verrichtungen zu sehen. Ein beliebtes Motiv sind die Wäscherinnen an der Küste, die die weiße Wäsche zum Trocknen auslegen.

Gezeigt werden eine Ansichtskarte von Neurdein Freres „Étretat. Die Wäscherinnen“, das Ölgemälde von Eugène Boudin „Étretat. Wäscherinnen am Strand und die Falaise d’Aval“, 1894, und die „Wäscherinnen bei Ebbe, Étretat“, 1869, von Gustave Coubert. Ausgestellt ist auch das Ölgemälde „Étretat. Die Wäscherinnen.“ von Henri Matisse, das er 1920 malte. Claude Monet malte in seinen impressionistischen Stil die Steilküste von Étretat aus verschiednen Blickwinkeln. Das bewegte Meer, die Lichtreflexe auf den Wellen, die pastellfarbenen Kalkfelsen verzaubern die Wirklichkeit in einen Traum.

Ausstellungsansicht: Bilder von Claude Monet
Die Manneporte. Lichtreflexe auf dem Wasser, Monet, 1885
Ausstellungsansicht: Bilder von Henri Matisse

Dazu hier in der Bildgalerie einmal eine Ausstellungsansicht mit Bildern von Claude Monet und das Gemälde: „Étretat. Die Manneporte. Lichtreflexe auf dem Wasser“, 1885, von ihm in größerer Darstellung. Ebenso das berühmte „Étretat. Das Felsentor Manneporte.“ von 1883. Monet besuchte zwischen 1864 und 1886 viele Male den Ort Étretat. Er wohnt im Hotel Blanquet, das sich direkt am Strand befindet und ihm einen Ausblick auf das Meer und die Felsklippen erlaubt. Hier wohnte auch Henri Matisse, ungefähr vier Jahrzehnte später als Monet, um 1920. Eugene le Poittevin malte 1842 ein Schild für das Hotel. Darauf ist ein buntes Treiben am Strand und vor den Felsklippen zu sehen. Eine Mischung aus alteingesessenen Fischerfamilien und Badegästen.

Zahlreiche Künstler malten die Klippenlandschaft in unterschiedlichen Stilrichtungen. Emile Schuffenecker verlässt die reale Darstellung und verwendet die impressionistische Malweise, die mehr die zarten Farben und weniger die realen Formen betont. Paul Leroy malte die Natur realistisch und präzise, während Jean Francis Auburtin sich durch großformatige Aquarelle, die holzschnittähnlich wirken, auszeichnet. Nicht nur die Strände und Klippen faszinieren die Künstler*innen in bei ihrem Besuch in Étretat. Auch das Hinterland und die Menschen werden zu beliebten Motiven. Camille Corot malte im Jahr 1872 in Öl auf Leinwand: „Eine Windmühle in Étretat“, „Elisabeth Stumpf und ihre Tochter Madeleine“ und der „Strand von Étretat“.

Weitere Einblicke in die Entwicklung des Ortes Étretat und das dortige soziale Leben liefern zahlreiche alte Ansichtskarten, die die historischen Ereignisse und bekannte Orte festhalten. Eine großartige Ausstellung, die neben den Gemälden von Claude Monet andere Künstler und Künstlerinnen zeigen, die alle von Étretat und seiner Küste begeistert waren. https://www.staedelmuseum.de/de/

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