Donnerstag, 04.06.2026 00:10 Uhr

"In Gold we Trust" Warum eigentlich?

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 03.06.2026, 20:02 Uhr
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Wien [ENA] Was ist eigentlich Gold, dieses seltene, relativ weiche und gut verformbare, glänzende Metall, das die Menschheit seit tausenden Jahren fasziniert und das schon unzählige Kriege ausgelöst hat? 3000 Goldobjekte aus dem Jahr 4600 v.Chr. hat man überraschenderweise im berühmten Gräberfeld von Warna gefunden. Dabei entsteht dieses wunderschöne, verführerische Metall eigentlich im Prozess von Kernfusionen einer Supernova.

Dabei beträgt der Goldanteil der Erdkruste nur 4 Gramm pro tausend Tonnen Gestein. Das macht den Abbau auch so gefährlich, denn zur Produktion eines einzigen Goldrings fallen 20 Tonnen Schutt an, was zur Zerstörung und Vergiftung ganzer Landschaften führt. Nichtsdestotrotz wurden innerhalb der ganzen Geschichte der Menschheit schätzungsweise über 200 tausend Tonnen Gold gefördert. Zum großen Teil wird Gold als Schmuck verarbeitet, dient aber auch als Geldanlage und Zahlungsmittel und Zentralbanken als Währungsreserve, die aber ihre Goldbestände zum Ausgleich von Staatsschulden periodisch reduzieren. So ist der Anteil der internationalen Goldreserve von 60% im Jahr 1980 auf 10% im Jahr 2006 zurückgegangen.

Auch die Autoren Ronald Peter Stöferle und Mark Justin Valek vom liechtensteinischen Vermögensverwalter machen in ihrem "In Gold We Trust-Report 2026" darauf aufmerksam, dass Gold weiterhin an monetärer Bedeutung gewinnt, denn Überschuldung, strukturell erhöhte Inflationsraten, fiskalische Dominanz und zunehmende Politisierung stellen den Status der Staatsanleihen als vermeintlich risikolose Anlegeklasse infrage. Sie sehen die globale Geld-und Währungsordnung im Spannungsfeld geopolitischer Umbrüche, Handelskonflikte, hoher Verschuldung und der zunehmenden Fragmentierung der Weltwirtschaft. Trotzdem ist kein aprupter Zusammenbruch des bestehenden Systems zu erwarten, aber Gold, Silber und Bitcoins werden zunehmend an Relevanz gewinnen.

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